Wir wiederholen unbewusst die in unserer Kindheit geprägten Gedankenmuster bis zum heutigen Tag. Wir kämpfen gegen den Schatten anstatt uns selbst, unser Potenzial zu leben. In der heutigen Episode geht es um den Schlüssel zu deinem bewussten Leben: Kommunikation.

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ (Talmud)

Vielleicht kennst du dieses Zitat und würdest sogar sagen, dass es wahr ist. Lass mich dir an dieser Stelle jedoch einmal die Frage stellen: Welche Perspektive hast du auf deine Gedanken im Verlauf eines Tages. Hältst du deine Gedanken für wahr oder bist du dir bewusst, dass du Gedanken in Bezug auf Wahrnehmungen, also neuronale Signale an dein Gehirn hast, die dort vereinfacht ausgedrückt mit vorhandenen Prägungen, Erfahrungen und Wissensbeständen abgeglichen werden und verknüpft sind mit Gefühlen, Körperzuständen und Handlungsimpulsen?

Nehmen wir mal einen ganz normalen Tag in deinem Leben. Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du an ein Gespräch mit einer Kollegin denkst, mit der du bereits mehrfach eine Konfliktsituation erlebt hast oder im Auto von einem anderen Fahrenden geschnitten wirst oder beim Einkaufen dir jemand den Einkaufswagen in die Ferse rammt oder eine Rechnung ins Haus flattert, mit der du nicht gerechnet hattest.

In jedem Moment haben wir eine Wahrnehmung in Bezug auf andere, eine Situation oder auch in Bezug auf uns selbst, beispielsweise bestimmte Gefühle, die wir nicht fühlen möchten – Ohnmacht, Angst, Trauer, Anspannung, Gefühle von Ablehnung, Versagen oder auch „unverstanden sein“. Es gibt zudem auch Körperzustände, gegen die wir Widerstand empfinden, wie beispielsweise körperliche Symptome oder Schmerzen.

Der Mensch denkt durchschnittlich zwischen 60.000 und 80.000 Gedanken pro Tag. Davon sind etwa 1/4 negativ. Hast du dabei jeden Tag neue Gedanken? Leider Nein. 

Basierend auf der Grundstruktur der geprägten Gedanken aus der Kindheit, liegt der Fokus unbewusst darauf, auf der einen Seite etwas zu suchen, wovon wir in uns einen Mangel wahrnehmen - dies bezeichnen wir als Bedürfnis und auf der anderen Seite Erfahrungen vermeiden zu wollen, die mit Schmerz assoziiert sind. Der Blick liegt also auf der Gedankenstruktur, die wir für wahr annehmen und im Laufe der Zeit versuchen Erkenntnis über uns selbst zu erlangen, unliebsame Gewohnheiten zu verändern, schmerzhafte Erinnerungen zu integrieren oder etwas heilen zu wollen. Somit bewegen wir uns die ganze Zeit auf der Ebene des Verstandes. Die Wahrheit oder das, was dich vielleicht auch ausmacht mag vollkommen verschieden davon sein und vielleicht hast du sogar über die Zeit vergessen, was du willst was du wirklich liebst oder was deine Fähigkeiten sind.

So befinden sich die meisten von uns und vielleicht auch du in einem Alltag der das Ergebnis deine Sicht auf dich selbst komm auf andere auf dein Leben ist - das Ergebnis unzähliger Entscheidungen, die jedoch auf dein identifiziert sein mit dem Verstand basieren.

Mit der Identifikation mit unserem Verstand erschaffen wir unbewusst bis zum heutigen Tag ein Leben basierend auf unseren Gedanken. Jede Lösung, jede Veränderung, jeder Wunsch bezieht sich auf die Gedankenstruktur und erweitert diese um zusätzliche Wissensbestände oder zum Teil erhöht sie einen körperlichen Spannungszustand.

Nehmen wir dazu ein Beispiel: Du reagierst in einer Situation auf eine gewohnte Weise und sofort taucht in dir ein selbstabwertender Gedanke auf, der dich innerlich abwertet, dass du es doch besser wissen müsstest, weil du vielleicht schon sehr viel reflektiert hast, Lösungsstrategien oder auch Wissen erworben hast. In diesen Momenten haben wir einen Konflikt, also eine Inkongruenz. Wenn du mehr hierzu wissen möchtest, empfehle ich dir meinen 12-Wochen Online Kurs „Die Kraft der Verbundenheit“. 

Kommunikation ist jedoch der Schlüssel für ein bewusstes Leben

Ich habe mich seit 2009 auf den Bereich der Potenzialentwicklung spezialisiert. Viele Jahre ging es auch in meinem eigenen Leben darum mich weiterzuentwickeln, Gedankenstrukturen zu verändern oder auch Ziele im Leben zu erreichen. Mir ist dabei aufgefallen, dass ganz oft jedoch eine Veränderung nicht nachhaltig ist oder auch Ziele nicht unbedingt zur Jeweiligen Personen passen. Vielmehr gibt es Gründe, warum ein Ziel angestrebt wird. Wir tun etwas, um… Vielleicht hast du deinen Job, nicht weil du ihn liebst, sondern weil du erfolgreich sein wolltest, Anerkennung oder Sicherheit dir wichtig sind.

Die Frage ist jedoch: fühlst du dich durch dein Leben genährt – hast du den Eindruck, dass deine Partnerschaft, deine Freundschaften, dein Beruf, deine Hobbies, aber auch deine Ernährung, deine Ausrichtung im Leben dich selbst auf eine natürliche und authentische Weise widerspiegeln?

Oder machst du wiederkehrend in einzelnen Lebensbereichen die Erfahrung, dass du dich anpassen, kämpfen, etwas tun oder dich oder etwas verändern müsstest, um in einer Zukunft andere, vielleicht positivere Erfahrungen zu machen?

Meine Erfahrungen...

Seit 2011 kam in meinem Arbeitsfeld die Beschäftigung mit Mediation, also Konflikbearbeitung und der Bereich Kommunikation als weiterer Schwerpunkt hinzu.

Meine persönliche Erfahrung als Mediatorin, Ausbilderin im Bereich der Mediation und Kommunikationstrainerin war jedoch, das angestrebte Lösungen oder auch Kommunikationstechniken nur bedingt zu anderen Ergebnissen oder auch nachhaltigen Veränderungen geführt haben.

Das Ergebnis einer Mediation soll beispielsweise die Bedürfnisse aller Beteiligten abbilden. Hierfür wird die Darstellung des jeweiligen Themas der Konfliktparteien durch eine moderierende Person paraphrasiert, also in Worte gefasst, die der jeweils anderen Konfliktpartei ein anderes Verstehen oder Zuhören ermöglicht. Daraus werden Bedürfnisse ermittelt, die beide oder alle Beteiligten in der Angelegenheit haben und mögliche Lösungsvorschläge erarbeitet.

Ebenso dienen Kommunikationstechniken dazu, einen Gedanken, der zu einem ausgesprochenen Wort wird, in einer Weise zu präsentieren, die von der anderen Person gehört werden kann, das heißt bestimmte wertende oder Interpretierende Ausdrucksweisen zu ersetzen durch beispielsweise ich-Botschaften, dem Mitteilen von Gefühlzuständen oder auch unterscheiden zu lernen, zwischen dem Verhalten einer Person und dem, was dieses Verhalten bei dir auslöst bzw. wie du es interpretierst.

Es ist nichts falsch daran, Persönlichkeits- oder Kommunikationstechniken zu erlernen, Ziele zu setzen, Gewohnheiten zu verändern oder Methoden anzuwenden, die Bewusstsein über sich selbst und deine Vergangenheit fördern. Alles ist zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben ein wichtiger Entwicklungsschritt und kann dazu beitragen, dass wir kleine oder größere Veränderungen in unserem Leben wahrnehmen oder auch beispielsweise Missverständnisse oder niederschwellige Konfliktsituationen selbstverantwortlich lösen können. Das ist wunderbar für ein stimmigeres Lebensgefühl und ein friedvolleres Miteinander.

Wir bewegen uns hier allerdings immer noch auf Symptomebene!

Ich habe erst durch die Ergebnisse meiner Forschungsarbeit in den letzten Jahren verstanden, warum ich mittlerweile davon überzeugt bin, das das eigentliche Drama nicht bei den Symptomen: also den Worten, Handlungen oder deinen sichtbaren Ergebnissen im Leben beginnt, sondern das Drama beginnt in deinem Kopf.

Indem du deine Gedanken für wahr hälst, nimmst du eine individuelle Perspektive auf dein Leben ein, dies bringt Gefühlszustände hervor, du leitest daraus Bedürfnisse ab, strebst Veränderungen an, kompensierst oder verbesserst beispielsweise deine Kommunikation: es bleibt jedoch dabei, dass sich damit nicht unbedingt deine Lebenssicht verändert!

Das Zitat aus dem Talmud weist uns darauf hin, dass es nicht nur unseren Charakter also die Persönlichkeit prägt - sondern daraus sich auch unser Schicksal ergibt.

Entwicklung ist oftmals eng verknüpft mit Veränderungen, also unliebsame Bereiche des eigenen Erlebens wandeln zu wollen, wie schon gesagt, Ziele zu erreichen oder auch Bewusstsein durch Innenschau zu erlangen.

Das, was ich dir an dieser Stelle aber sagen möchte, hört unsere ich-Struktur nicht so gern: Bewusstsein beginnt in dem Erkennen, dass du dich bisher mit deinen Gedanken identifiziert hast und der Blick für ein glücklicheres Lebens auf ein Außen gerichtet war. Dich, andere oder etwas zu verändern, also etwas zu TUN, um sagen wir mal Erfahrungen zu machen, von denen du annimmst, dass sie basierend auf deinen Erinnerungen oder im Vergleich mit anderen, schöner oder angenehmer sein würden.

Ein authentisches Leben basiert jedoch auf dem sich schrittweise aufbauendem Erkennen, dass du Gedanken hast, jedoch nicht deine Gedanken BIST.

Bewusstsein über deine Gedanken wird damit zum Schlüssel eines bewussten Lebens.

Was meine ich damit: wir sind in einer ständigen Resonanz mit unserem Leben über unseren Körper. Neuronale Wahrnehmungen werden an unser Gehirn über das Rückenmark weitergeleitet und dort mit allen gespeicherten Erfahrungen, Prägungen und Wissensbeständen in Bruchteilen von Sekunden abgeglichen. Durch Hormonausschüttungen erfahren wir wiederum bestimmte Körperzustände und Empfindungen. Diese werden wiederum wahrgenommen und interpretiert. Der Schlüssel für Bewusstsein liegt in dem Verständnis dieses Dialoges.

Stell dir vor, dass du zusammen mit 4 anderen Personen eine Erfahrung machst. Es gibt auf der einen Seite dann ein reales Erleben, das man in der Mediation als allgemeingültige Wahrheit bezeichnen würde - als etwas, was auch durch eine Kamera oder eine dritte Person wahrgenommen werden kann. Dies bezieht sich auf die Uhrzeit, die Umstände und die faktische Beschreibung eines Herganges. Wenn jetzt beispielsweise alle beteiligten Personen die gleiche Situation wiedergeben sollen, ergibt sich eine völlig individuelle Beschreibung, Interpretation, Bewertung der Bedeutung dieses Ereignisses und beispielsweise Zuschreibung von Schuld, Rückschlüsse auf das eigene Erleben und auch völlig verschiedene Lösungs- bzw. Handlungsimpulse.

Es gibt also auf der einen Seite so etwas wie ein Ereignis in deinem Leben. Alles andere findet in deinem Kopf statt in Resonanz mit diesem Erleben und ist nicht Bestandteil des gegenwärtigen Moments, sondern einer gedachten Vergangenheit und ggf. Projektion auf eine gedachte Zukunft. Vielleicht sitzt du in Ruhe auf dem Sofa und blickst in einen leeren Raum. Und doch bist du voller Gedanken über eine Situation, die du nicht einschätzen kannst, voller Ängste vielleicht über deine finanzielle Situation oder du empfindest noch immer Wut über ein Gespräch auf der Arbeit, obwohl es schon Stunden, Tage oder auch noch länger her ist.

Die Resonanz mit deinem Leben erzeugt eine Aktivierung von Erinnerungen, Prägungen, traumatisch erlebten Ereignissen und alles, was du dazu weißt, alles was du dazu erfahren hast.

Gegen die Wahrnehmung dieser Gedanken, körperlichen oder auch emotionalen Empfindungen haben wir zum Teil massive Widerstände und dein Verstand arbeitet auf Hochtouren an einer Lösung – sogenannten Coping Strategien. Diese Strategien müssen noch nicht mal positiv sein, sondern eventuell befördert der Umgang mit bestimmten schmerzhaften Momenten Handlungsimpulse wie sich totstellen, kompensieren oder sogar Selbstabwertung oder Selbstbestrafung.

Du bist komplett aufgesaugt in der Struktur deiner Gedanken und nicht verbunden mit deinem Körper und dem gegenwärtigen Moment. Du kannst in diesem Zustand eines getrennt seins nicht spüren, was du jetzt wirklich willst oder tatsächlich ein Impuls oder Ausdruck von dir im gegenwärtigen Moment wäre.

In solchen Situationen einer starken Aktivierung hast du vielleicht bereits gelernt, dass es zunächst einmal gut ist, aus der Situation hinauszugehen und vielleicht eine Runde Sport zu machen oder in die Natur zu gehen oder Yoga, dir etwas Gutes zu tun, um dich wieder zu spüren, wieder in Verbindung zu kommen mit dir - körperlich betrachtet aus einem sympathischen wieder in einen parasympathischen Zustand zu gelangen.

Doch wie sieht es aus mit der Kommunikation mit dir selbst? Ist dir aufgefallen, dass du deinen Gedanken „glaubst“? Dass es für dich real ist, was du denkst? Dass es real ist, wie du über dich denkst, über andere, dein Leben, die Welt, wovor du Angst hast und warum du dich nicht für Dinge entscheidest, die du wirklich willst? Weil du gute Gründe hast, die auf Interpretationen von Erfahrungen deiner Vergangenheit beruhen.

Wahre Veränderung beginnt damit, dass du dir selbst zuhören kannst - absolut ehrlich und bewusst.

Ich lade dich ein, deinen Gedanken heute oder auch in den nächsten Tagen einmal bewusst zuzuhören: was hörst du? Welche Perspektiven nimmst du in Situationen ein und welche Gefühle und körperliche Empfindungen löst das aus? Wie würdest du dich beispielsweise fühlen, wenn ein bestimmter wiederkehrender Gedanke nicht Teil deiner Gedankenstruktur wäre?

Unser Verstand trennt uns von einem authentischen, verbundenen Leben, das in diesem Moment auch da ist, jedoch von uns nicht wahrgenommen wird, weil wir zu beschäftigt sind, den Gedanken zu folgen, rastlos und unbewusst unser Leben daraus zu gestalten und immer wieder aufs Neue Leid für uns und andere hervorzubringen.

Das ist jedoch nicht dein Schicksal!

Ich habe ein Dialog-Training entwickelt, indem du lernen kannst, Schritt für Schritt, dich selbst, dein Denken und Handeln und die Ergebnisse in deinem Leben zu verstehen. Und in einem weiteren Schritt, auch mit anderen in einen bewussteren Dialog treten zu können.

Wenn du mit diesem Beitrag in Resonanz gehst und ein authentisches Leben dein Herzenswunsch ist, dann ist Kommunikation der Schlüssel zu dir selbst. Unter diesem Video bzw. Podcast findest du einen entsprechenden Link zum Online Kurs „FK Dialog Training“ sowie zu meinem fortlaufenden Verbundenheitstraining – dem „BewusstSEINS Circle“.

Lass uns gemeinsam ein neues Miteinander entwickeln!