Die meisten Menschen widersprechen schon bevor sie das Gesagte bewusst verarbeitet haben.

Interessanterweise gehen wir auf diese Weise nicht nur in Gesprächen mit anderen um, sondern auch mit uns selbst. In diesem Blog geht es um unseren ‚Selftalk‘, also die ‚Gespräche‘, die wir den ganzen Tag in unserem Kopf mit uns selbst führen (Nächste Woche folgt dann der zweite Teil zum Thema Kommunikation mit anderen).

Erinnere dich an einen Moment, in dem du aus heiterem Himmel einen Impuls hattest: eine neue Idee, ein Lösungsansatz oder etwas, was du jetzt gerade tun willst. Kaum ist dieser Gedanke noch nicht mal zu Ende gedacht, schon gibt es eine Litanei an zweifelnden, kommentierenden Gedanken. Eben noch wolltest du aufspringen und die Welt umarmen und im nächsten Moment ist die Energie raus wie die Luft aus einem Ballon.

Es ist als würden wir zwischen die Fronten des eigenen Denkens geraten: Wir wägen ab, nehmen die Gedanken als Realität und – auf Basis unserer Erfahrungen der Vergangenheit – erstellen wir eine Prognose der vor uns liegenden Zukunft.

Nun ist dieser ‚Selftalk‘ nicht immer angenehm: wenn die Gedanken eher negativ geprägt sind, entsteht schnell eine dynamische, negative Denkspirale: „Was werden die anderen von mir denken; das kann ich nicht; mir fehlt (Geld, Zeit, Unterstützung etc.); das hat noch nie geklappt, warum sollte es jetzt…; ich bin nicht gut genug; uvm. – erkennst du den ein oder anderen Gedanken wieder?

Selftalk des Unterbewusstseins

Das Unterbewusstsein ist in der Lage 20 Millionen Informationen pro Sekunde auszuwerten. Damit ist das Unterbewusstsein circa 500.000 x schneller als unser bewusster Verstand, der nur circa 40 Bits pro Sekunde verarbeiten kann. Wenn wir also einen Impuls haben, wird dieser im limbischen System mit unseren Erfahrungen, Prägungen, Wertvorstellungen, aber auch Ängsten, Traumata und Sehnsüchten abgeglichen. Eine spontane Idee ist somit ein Aktivator bestehender Gedankenmuster.

Die Gedanken, die wiederum unmittelbar auf eine Idee hin auftauchen, wirken wie Mauern, Stacheldraht, Sicherungsanlagen, womit die Idee im Kern erstickt. Das ‚Gute‘ daran ist, dass wir im Feld des Gewohnten bleiben, in gewohnter Sicherheit! Wenn dieses Umfeld aber von uns als unangenehm oder hinderlich wahrgenommen wird und du dir eine Veränderung im Leben wünschst, dann ist dieses Denken die eigentliche Bremse für jede Form von Entwicklung.

Da unser Bewusstsein in seiner Verarbeitungsgeschwindigkeit zeitlich betrachtet etwas hinter hinkt, müssen wir uns Zeit verschaffen, um über das innerlich Gehörte reflektieren zu können.

Hier kommen drei Tipps für den Umgang mit ‚Selftalk‘:

  1. Ist das wahr?
  2. Ist dieses Denken nützlich für meine Zielorientierung?
  3. Was kann ich jetzt tun, um eine andere Perspektive oder mehr Informationen zu gewinnen?
  1. Ist das wahr?

Da wir mit unseren Gedanken identifiziert sind, werden diese zumeist als ‚Wahrheit‘ empfunden und sind mit emotionalen oder auch körperlichen Reaktionen verknüpft. Vielleicht fühlst du in diesen Momenten beispielsweise Angst, Ohnmacht, Anspannung und Herzrasen. Diese physiologischen Reaktionen basieren auf den gespeicherten Erfahrungen im limbischen System. Also einem Abbild der Vergangenheit und nicht der Gegenwart.

Frage dich: Warum denke ich so? Kann ich mir hundertprozentig sicher sein, dass dieser Gedanke wahr ist? Gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Situation zu betrachten und wie sehen diese aus (benenne beispielsweise 3 andere Interpretationsmöglichkeiten der gleichen Situation)?

2. Ist dieses Denken nützlich für meine Zielorientierung?

Nehmen wir einmal an, du möchtest ein Buch schreiben und hättest jeden Tag den Gedanken, dass du das eh nicht schaffst. Was ist die Konsequenz? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du kaum eine Zeile zu Papier bringen und so vergehen Tage, Wochen und gegebenenfalls Monate, ohne dass du deinem Ziel auch nur einen Schritt näher gekommen bist. Eigentlich könnte man die Zeit trotzdem oder einfach mit anderen Dingen genießen. Dummerweise kreisen deine Gedanken jedoch Tag für Tag immer schneller und durch dein Nicht-Handeln bestätigst du die Annahme über dich selbst: wie eine sich selbst selbsterfüllende Prophezeiung.

Frage dich im zweiten Schritt, ob dieses Denken für deine Zielorientierung, in diesem Beispiel ein Buch zu schreiben, hilfreich ist.

3. Was kann ich jetzt tun, um eine andere Perspektive oder mehr Informationen zu gewinnen?

Wenn du in Schritt 2 zu der Erkenntnis gekommen bist, dass dieses Denken nicht nützlich ist für deine Zielorientierung, bleibt die Frage offen, was jetzt zu tun ist und was dich deinem Ziel einen Schritt näher bringt. Die Frage lautet: Was kann ich JETZT tun? Der Fokus liegt hier auf Intention + Aktion. Mit dem Blick auf dein Ziel, einen Schritt in Richtung Zielerreichung zu tun.

Mit ‚Selftalk‘ kann man sein Leben verbringen: Stunde um Stunde den eigenen Gedanken nachhängen und im Außen, in deinem Leben passiert nichts. Die Summe dieser Erfahrungen trägt zu einem eher negativ geprägten Selbstbild bei. Um die eigenen Ziele zu erreichen, ist es daher wichtig, diese Denkgewohnheiten zu verändern.

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Es sind jedoch die kontinuierlichen, kleinen Schritte, die den Unterschied machen – für eine bewusste Verbindung mit deinem Potenzial!

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Foto: Unsplash