Fühlst du dich gefangen in einer Handlungsschleife, die sich wie ein Hamsterrad umso schneller zu drehen scheint, je mehr du versuchst dagegen anzukämpfen? Körperliche Symptome, Gereiztheit, Schlaflosigkeit oder auch Rastlosigkeit machen dir verstärkt zu schaffen und gleichzeitig hast du das Gefühl, keinen Ausweg aus dieser Situation zu sehen. Kommt dir dieses Lebensgefühl bekannt vor?

In diesem Blogbeitrag geht es um die Frage, was du aktiv tun kannst, um Resilienz in deinem Leben aufzubauen.

Der Begriff Resilienz beinhaltet zwei Aspekte: Zum einen die Fähigkeit zur Adaptation, also der Fähigkeit sich an (äußere?) Umstände anzupassen und zum anderen die Eigenschaft einer Person, wechselhaften Zeiten standzuhalten.

Betrachten wir zunächst einmal unsere Fähigkeit zu Adaptation in schwierigen Lebensumständen: Ganz wesentlich ist dabei, deinen Fokus auf die eigene Wirksamkeit zu richten. Es ist keine resiliente Einstellung, wenn wir ausschließlich darauf hoffen, dass uns etwas Gutes widerfährt oder wir darauf warten, dass sich äußeren Umstände zu unseren Gunsten ändern. Wir machen uns damit abhängig von äußeren Umständen und anderen Menschen.

Eine Krise oder auch eine Veränderung fühlt sich meistens nicht nur unsicher, sondern ganz oft bedrohlich an. Aber gerade in solchen Zeiten zeigt sich, ob der einzelne bis hin zu ganzen Systemen in der Lage ist, sich zu etwas Neuem zu adaptieren, d. h. Schritte zu initiieren, die von einem bestehenden Zustand zu einer Veränderung der Situation führen.

Die eigene Situation verändern zu können, erfordert einen Entwicklungsprozess, das eigene Leben dahingehend zu reflektieren, in welchen Bereichen wir uns in abhängigen Strukturen befinden. Verbunden mit der Frage, welche Möglichkeiten wir an dieser Stelle unseres Lebens haben, um Selbstwirksamkeit zu erreichen.

Sicher hast du dich schon öfter in deinem Leben in Situationen befunden, in denen sich deine Lebenssituation als nicht so resilient erwies, wie du zuvor angenommen hattest. Es ist dabei völlig normal und natürlich, in solchen Momenten Angst zu empfinden, da wir uns in diesen Situationen besonders verletzlich fühlen und gerne Kontrolle bzw. Sicherheit zurückgewinnen würden. Es geht nicht darum, resilient zu sein, sondern Resilienz im Leben zu entwickeln und damit Gefühle wie Schwäche, Verletzlichkeit oder Ohnmacht zu verringern.

Im Folgenden erhältst du drei wertvolle Tipps, wie du noch heute beginnen kannst, Resilienz in deinem Leben aufzubauen:

1. Tipp: Identifiziere ehrlich all jene Dinge in deinem Leben, die nicht resilient sind

Beantworte dafür folgende Fragen so ehrlich wie möglich. Auf einer Skala von 1-10 (1 = gering; 10 = hohe Resilienz):

  • Wie entwicklungsfähig ist dein Denken, Fühlen und Handeln?
  • Wie resilient ist deine physische Gesundheit und deine Ernährung?
  • Wie resilient sind deine Beziehungen und dein persönliches Umfeld?
  • Wie gesund ist dein Business und deine Finanzen?
  • Wie entwicklungsorientiert ist deine Wahrnehmung von Sinn und Bedeutung in deinem Leben oder auch deine persönliche Haltung dem Leben gegenüber?

Die Antworten geben Auskunft über die Entwicklungsbereiche in deinem Leben. Die Leitfrage lautet: Welchen Bereich möchtest du stärken? Was willst du eigentlich wirklich verändern?

2. Tipp: In Veränderungen die Möglichkeit für Lernen und Wachstum sehen

Wir müssen akzeptieren, dass Veränderungen Teil des Lebens sind und somit niemals aufhören werden. Widerstand oder Abwehrstrategien sind für die Entwicklung von Resilienz hinderlich. Adaptation bedeutet vielmehr, dass wir Flexibilität und eine Belastungsfähigkeit herausbilden. Dafür müssen wir an erster Stelle aufhören, gegen eine bestehende Situation anzukämpfen, sie loswerden oder überwinden zu wollen: Wovor hast du Angst? In Bezug auf was befindest du dich im Widerstand?

Stattdessen ist es sinnvoll, die eigene persönliche Haltung bzw. Perspektive gegenüber den Herausforderungen zu ändern, die auf deinem Weg auftauchen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die über einen sehr hohen Resilienzwert verfügen, in Zeiten von Herausforderungen immer besser werden. Sie bringen gerade in solchen Situationen, die besonders schwierig sind, ein Höchstmaß an Konzentration und Abruf ihrer Ressourcen hervor. Resilienz bedeutet an dieser Stelle, Widrigkeiten als eine Einladung zu sehen, an etwas zu wachsen, etwas über sich selbst oder das Leben zu lernen. Das bedeutet nicht, dass solche Menschen Herausforderungen lieben, sondern viel mehr, dass sie wissen, wie man diese Situationen zu seinem Vorteil gebraucht.

3. Tipp: Die persönliche Wirksamkeit erhöhen, indem du deine Ressourcen so einsetzt, dass du handlungsfähig bleibst

Je weniger du das Gefühl hast, handlungsfähig zu sein, desto eher empfingen wir auch bei kleinsten Herausforderungen ein Gefühl der Ohnmacht. Entweder sehen wir uns nicht in der Lage, unsere Situation verändern zu können, mit den Bedingungen, die uns gegebenen sind, umzugehen oder glauben, nicht die geeigneten Strategien und Handlungsweisen zur Verfügung zu haben. Frage dich, welche Strategien du entwickelt hast, die sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen haben oder welche Gedanken, Entscheidungen und Handlungen du immer wieder wiederholst, die eigentlich nur Kraft, Energie und/ oder Geld kosten und bisher für eine nachhaltige Veränderung nutzlos waren?

Oder um es positiv zu formulieren: Was brauchst du, um dich und deine Ressourcen zu stärken und in deiner derzeitigen Situation Vertrauen zu fühlen? Eventuell fehlen dir in einem oder mehreren Bereichen des Lebens noch Fähigkeiten, Tools oder es sind noch Lernschritte notwendig, um sich auf die gleiche Weise wirksam zu fühlen wie in den Bereichen, in denen du dich als wirksam erlebst.

Eine Krise testet deine Resilienz und vielleicht fühlst du dich gerade in der gegenwärtigen Situation herausgefordert. Mit der Entwicklung von Resilienz sind wir nicht immun gegenüber Krisen, aber solche Situationen werden sich dann nicht mehr existenziell bedrohlich anfühlen. Vielmehr fühlst du dich in der Lage, bewusst und weise die Segel zu setzen, um durch den Sturm zu navigieren.

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Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Es sind jedoch die kontinuierlichen, kleinen Schritte, die den Unterschied machen – für eine bewusste Verbindung mit deinem Potenzial!

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Foto: Photos Pro