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Meine Intention für diese Woche ist die Frage, wie sehr kann ich beobachten anstelle von bewerten bzw. interpretieren?

In der aktuellen Diskussion um Rassismus halten viele das Thema zwar für essentiell wichtig, sehen sich selbst jedoch als nicht davon betroffen. Doch wo beginnt Rassismus?

Offenheit für jede Form der Diversität erfordert, dass wir uns der bestehenden Repräsentation unseres Gehirns bewusst sind.

In jedem Moment nimmt unser Verstand eine Einschätzung und Bewertung der eingehenden Wahrnehmungsimpulse vor:

Das Benennen von Situationen, Gegenständen, Personen oder auch von Wahrnehmungen innerhalb des Körpers ermöglicht uns ein Zurechtfinden in unserem Alltag: wir müssen uns nicht jeden Tag neu orientieren, den Weg zur Arbeit neu finden oder Menschen in unserem Umfeld neu kennenlernen.

Bewertungen sind jedoch bewusst von Beobachtungen zu unterscheiden: wenn wir etwas als angenehm einschätzen, dann wollen wir uns annähern und möchten gegebenenfalls mehr davon. Wenn wir jedoch in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, durch Meinungen und Informationen in einer bestimmten Perspektive geprägt sind, wenn das, was wir wahrnehmen von unserer gewohnten Wirklichkeitskonstruktion abweicht und von uns als ‚falsch‘ oder nicht ‚normal‘ betitelt wird oder wenn scheinbar unser Selbstkonstrukt infrage gestellt ist, dann werden unterbewusst Abwehrmechanismen aktiviert.

Meine Intention der Woche ist eine Einladung, die eigenen Bewertungen bzw. Interpretationen zu beobachten und sich zu fragen: wie fühle ich mich und wie handele ich, wenn ich diese Gedanken glaube?