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Meine Intention der Woche ist die Frage, wie sehr kann ich mich von der Schönheit des Moments berühren lassen?

In den vergangenen Wochen wurden wir damit konfrontiert, dass unser Leben von jetzt auf gleich anders als erwartet verlaufen kann. Wir erleben Gefühle der Unsicherheit, Ängste und werden mit Verlust, Krankheit, erhöhter Arbeitsbelastung uvm. konfrontiert und nur wenige Momente echter Freude oder Zufriedenheit.

Freude empfinden wir immer dann, wenn etwas von uns als ‚richtig‘ wahrgenommen wird. Wenn es ‚richtig‘ gibt, muss es auch ‚falsch‘ geben, was in Folge die Emotion der Wut in uns auslöst. Emotionen sind dabei Ausdruck unserer Bedürfnisse, die entweder erfüllt oder zumindest teilweise unerfüllt sind. Die Suche nach freudvollen Momenten im Leben ist daher tatsächlich eher eine Suche nach Bedürfniserfüllung, die zum großen Teil unbewusst abläuft: wir haben Strategien und Gewohnheiten ausgeprägt, von denen wir annehmen, dass die jeweiligen Erfahrungen in uns Freude auslösen.

Wie heißt es so schön: „Freude ist flüchtig!“ Wir erleben, dass freudvolle Momente oft nur von kurzer Dauer sind und sich mit Situationen die Hand reichen, die in uns Trauer, Wut, Angst oder Scham auslösen. Wir vergleichen uns dabei gerne mit anderen, denen es scheinbar besser geht als uns, die mehr besitzen, mehr von dem haben, was wir auch gerne in unserem Leben fühlen und erleben würden: einen Job, der zu Ihnen passt oder eine erfüllende Beziehung.

Unser Gehirn kreist gerne um Probleme und fokussiert dabei die Dinge im Leben, die gerade als ’nicht stimmig‘ oder ‚fehlend‘ wahrgenommen werden. Wir können unsere Wahrnehmung aber auch trainieren, indem wir unserem Gehirn den Auftrag erteilen, in jedem Moment etwas zu finden, was ’schön‘ ist. Dabei zeigt sich, dass die Aufmerksamkeit wie ein Filter darüber entscheidet, was von uns wahrgenommen und wie dieser Wirklichkeitsausschnitt von unserem Gehirn bewertet wird.

Meine Intention der Woche ist eine Einladung, in jedem Moment etwas Schönes, Besonderes oder Liebevolles zu finden: neben allen Herausforderungen, Ungerechtigkeiten, Konflikten ist jeder Moment zugleich mehr als die Konstruktion der Wirklichkeit, die durch unsere Wahrnehmung im Gehirn erzeugt wird.

Indem wir wieder beginnen, die Schönheit in jedem Moment zu sehen, lassen wir uns vom Leben im Herzen berühren: es ist, als ob Sie ‚Ja‘ dazu sagen, die Erfahrungen Ihres Lebens nicht nur als Ausschnitt, sondern in all seinen Facetten zuzulassen.

Leben ist eine fortlaufende Erfahrung im Jetzt und Hier und nicht erst dann, wenn wir kognitiv darauf warten, dass alles wieder so wird wie vor der Krise oder wir etwas sein oder besitzen werden.