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Meine Intention der Woche ist die Frage, was würde eine Person in Ihrer derzeitigen Situation entscheiden, tun oder sagen, die sich vollkommen liebt?

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Personen, die sich nicht selbst lieben auch niemand anderen lieben können. Ich mag pauschalisierte Aussagen generell nicht so gern, da sie zwar immer auf eine ‚Wahrheit‘ hinweisen, aber auf eine so verkürzte Weise, dass nur wenige etwas damit anfangen können.

Was ist nun dran an dieser Aussage? Jeder von uns hat Annahmen über sich und die Welt gespeichert, die in unserer Kindheit durch Bezugspersonen und durch unsere Erfahrungen des Lebens geprägt wurden: wir kritisieren uns, zweifeln, lehnen Verhaltensweisen oder auch Eigenschaften von uns selbst ab.

Diese Interpretationen begegnen uns natürlicherweise auch in unserem Alltag in Form von Situationen und Personen: verkürzt dargestellt führt deren Verhalten oder auch Unterlassen von erwarteten Handlungen zu einer Aktivierung unserer inneren Repräsentation, also abgelehnten Anteilen von uns selbst. Und damit beginnen wir ungefiltert andere zu kritisieren oder für etwas verantwortlich zu machen. Wir möchten mit diesem Verhalten erreichen, dass sich diese Menschen oder auch die Situationen in einer Weise verändern wie wir das gerne hätten. In diesem Punkt also lieben wir jemanden oder auch unser Leben nicht bedingungslos, sondern projizieren abgelehnte Anteile nach außen.

Meine Intention der Woche ist eine Einladung, Situationen zu reflektieren, in denen sie sich selbst, andere oder ihre derzeitige Situation kritisieren. Stellen Sie sich stattdessen die Frage: was würde eine Person tun, sagen und entscheiden, die sich vollkommen liebt? Inwieweit unterscheidet sich die Antwort auf diese Frage von ihrer bisherigen Haltung und wie fühlt sich das an?