Erinnere dich an einen Moment, in dem du niedergeschlagen warst, traurig oder ängstlich. Wie war in diesem Moment deine Körperhaltung? Wenn du diese Körperhaltung jetzt einnimmst, welche Auswirkung hat dies auf dein emotionales Empfinden? Und andersherum: Erinnere dich an einem Moment absoluter Freude und innerer Zufriedenheit! Wie war in diesem Moment deine Körperhaltung? Und egal wo du in diesem Moment gerade bist: Wenn du jetzt diese Körperhaltung einnimmst: deinen Rücken aufrichtest, deinen Kopf leicht dem Himmel entgegenstreckst, die Arme weit geöffnet, ein Lächeln in deinem Gesicht. Wie verändert sich dein emotionales Erleben aufgrund der Veränderung deiner Körperhaltung?

Im folgenden Blogbeitrag geht es um Dankbarkeit und wie dieses Empfinden zu erhöhter innerer Zufriedenheit beitragen kann und wie du aus dieser Haltung heraus mehr von den Dingen in dein Leben ziehst, die du dir wirklich wünscht!

Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen deinem körperlichen Zustand und deinem emotionalen Erleben. Du bist damit in der Lage, deinen inneren Zustand zu modellieren! Es ist deine Entscheidung, welchen Gedanken und Empfindungen du in einem Moment Ausdruck verleihst. Du kannst trüben Gedanken nachhängen und der Geschichte deiner Vergangenheit Glauben schenken. Damit reproduzierst du ein erinnertes Empfinden! Deine Gefühle von vor 5, 10 oder 20 Jahren formen deine jetzige Realität!

Aus dem Bewusstsein heraus, dass deine Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit ausschließlich im Hier und Jetzt liegt, kannst du deinen Fokus auf das richten, was du in diesem Moment ändern kannst, beispielsweise deinen körperlichen Zustand und dein emotionales Erleben!

Dankbarkeit stellt heute nachweislich eine wichtige psychologische Ressource dar. Robert Emmons von der University of Miami konnte im Bereich der Dankbarkeitsforschung nachweisen, dass Menschen, die ein Gefühl der Dankbarkeit systematisch und regelmäßig entwickeln, auf psychischer, physischer und zwischenmenschlicher Ebene messbarer Vorteile vorweisen: Das Empfinden von Dankbarkeit bewirkt gemäß dieser Forschungsergebnisse größere Lebenszufriedenheit. Damit einhergehend weisen diese Personen eine erhöhte Aufgeschlossenheit für Mitmenschen auf: Extraversion und emotionale Ausgeglichenheit nehmen proportional zu.

Dankbarkeit formt unsere Identität

Der Humanist und Bedürfnisforscher Abraham Maslow (1908–1970) hat mit seinem Modell der „Bedürfnispyramide“ aufgezeigt, dass Selbstverwirklichung davon abhängt, in welchem Maß unsere Grundbedürfnisse Erfüllung finden. Bereits Maslow erkannte, dass einer der bedeutendsten Faktoren hierzu die Dankbarkeit ist. Positive Entwicklung und Wachstum im Leben eines Menschen sind nach Maslow möglich, „wenn wir unsere Segnungen zählten, wie es die selbstverwirklichenden Menschen können und tun, und wenn wir ihr beständiges Bewusstsein des Glücks und der Dankbarkeit dafür behalten könnten“. Selbstverwirklichung gelingt dem Menschen nur, wenn sein Bindungsbedürfnis Erfüllung findet. Dankbarkeit sensibilisiert für die authentische gegenseitige Erfüllung des Bindungsbedürfnisses. Sie erhöht das soziale Verantwortungsbewusstsein, da ein dankbarer Mensch seine Umgebung achtsamer wahrnimmt und nicht mehr auf die eigenen Defizite und Sorgen fixiert ist.

Diese Erkenntnisse können wir uns zu Nutze machen, indem wir bewusst unterlassen, unsere Energie in Zweifel, Selbstabwertungen und Sorgen zu investieren und stattdessen wiederkehrend am Tag Momente und Situationen zu identifizieren, für die wir wahrhaft dankbar sind. Diese Aufmerksamkeitslenkung hat einen Einfluss auf die Wahrnehmung deiner selbst und von anderen.

Dankbarkeit ist realistische Lebensbejahung

Von der Forschung ist mittlerweile bestätigt, dass Dankbarkeit Resilienz erhöht. Darunter versteht man die Fähigkeit, auch mit sehr schwierigen Lebensverhältnissen und traumatischen Erfahrungen zurecht zu kommen. Zahlreiche Studien zeigten, dass Depressionen in umgekehrtem Verhältnis zur Dankbarkeit stehen: Je dankbarer ein Mensch ist, umso weniger Depressionen hat er. Je depressiver ein Mensch ist, umso weniger wahrscheinlich ist es, dass er dankbar für das Leben ist. Diese Zusammenhänge werden neuerdings auch durch die Hirnforschung gestützt.

Dankbarkeit richtet die Energie auf das, was du im Jetzt verändern kannst. Dieses Wirksamkeitserleben ist wie ein Kompass, der darauf ausgerichtet ist, Möglichkeiten in deiner derzeitigen Lebenssituation zu suchen. Was ist das Gute an dem, was du gerade erlebst? Wenn es einen höheren Sinn gibt, worin könnte dieser bestehen?

Dankbarkeit stärkt die Gesundheit

Gemäß den Studien der Dankbarkeitsforschung haben bereits einfache Übungen zur Dankbarkeit schon nach kurzer Zeit signifikante positive Auswirkungen sowohl auf den Gesundheitszustand als auch auf das Gesundheitsverhalten der Probanden. Auch langfristige Wirkungen lassen sich nachweisen: Eine insgesamt stabilere Gesundheit, schnellere Regeneration bei Erkrankungen sowie eine Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems.

Es geht dabei nicht darum wie bei einer Affirmation wiederholt das Wort Dankbarkeit vor sich hin zu sagen. Vielmehr hat das Fühlen von Dankbarkeit eine positive Wirkung auf unseren Körper. Wie kannst du in diesem Moment das Gefühl von Dankbarkeit in dir wahrnehmen? Erinnere dich dafür an Ereignisse, Begegnungen und Erfahrungen, die für dich in deinem Leben von hoher Bedeutung sind.

Dankbarkeit als Schlüssel für die Erreichung deiner Ziele

Für die Erreichung eines Zieles benötigst du grundsätzlich betrachtet:

  • Eine klare Definition deines Ziels: Was genau willst du erreichen?
  • Wofür willst du das Ziel erreichen?
  • Welche Hindernisse existieren oder können auf dem Weg auftauchen?
  • Welche Ressourcen stehen dir zur Verwirklichung deines Ziels zur Verfügung?
  • Was ist dein Plan: Entwickle konkrete Schritte, die du in Richtung deines Ziels gehen wirst.

Dankbarkeit stellt den Schlüssel, quasi das Sahnehäubchen dar.

Im Folgenden nenne ich dir 6 Schritte, die dich dabei unterstützen können, Dankbarkeit als Lebenshaltung zu entwickeln und für deine Zielerreichung zu nutzen.

  1. Mache bewusst, wie wichtig für dich persönlich die Erreichung des Ziels auf einer Skala von 1 bis 10 ist (1 = unwichtig; 10 = außerordentlich wichtig)
  2. Entscheide dich dafür, das Gegebene so anzunehmen, wie es ist! (Leichter gesagt als getan)
  3. Überlege dir, was dich tatsächlich motiviert: Nach Heinz Heckhausen ist Motivation = Erwartung x Wert. Wir sind am stärksten motiviert, wenn wir ein Ziel haben, das einen außerordentlich hohen Wert für uns besitzt, und wenn wir zugleich die feste Erwartung haben, dass wir es auch erreichen können und werden.
  4. Erinnere dich regelmäßig an das Dankenswerte! Nachhaltiges Training erfordert regelmäßige Wiederholungen in Form von Ritualen z.B. immer abends vor dem Einschlafen oder zu Beginn des Tages sich zu fragen, wofür du heute bzw. in deinem Leben dankbar bist.
  5. Bringe Dank- und Wertschätzung zum Ausdruck: Das Gefühl der Dankbarkeit verstärkt sich, wenn wir es anderen gegenüber zum Ausdruck bringen.
  6. Achtsamkeit bedeutet nach Jon Kabat-Zinn zu leben, anstelle gelebt zu werden: Achtsamkeit ist die Kunst des Innehaltens, um ganz im Jetzt zu sein und mit vollem Bewusstsein das aufzunehmen und anzunehmen, was gerade jetzt gegeben ist.

Ein Gefühl der Dankbarkeit zu entwickeln bewirkt, dass wir achtsamer im Jetzt leben und das Leben so annehmen, wie es ist und nicht wie wir es gerne hätten! Nach den bisherigen Forschungsergebnissen werden wir durch das Empfinden von Dankbarkeit innerlich unabhängig und weisen eine erhöhte Resilienz auf, was für ein ausgewogenes Stressmanagement unerlässlich ist. Indem wir besser wahrnehmen, was uns augenblicklich tatsächlich gegeben ist, wird unsere Sichtweise realistischer. Dadurch steigert sich auch unsere Fähigkeit, das zu genießen, was uns im Augenblick geschenkt ist, statt uns über das Sorgen zu machen, was uns gerade fehlt!

Dafür lohnt es sich doch wirklich, dankbar zu sein, oder?

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Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Es sind jedoch die kontinuierlichen, kleinen Schritte, die den Unterschied machen – für eine bewusste Verbindung mit deinem Potenzial!

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Foto: Photos Pro