Tanja Degners
Persönlichkeitsentwicklung Blog

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Bewusster Umgang mit sich selbst - 5 Faktoren für Ihr körperliches Wohlbefinden!

Ich werde oft gefragt, was denn nun wichtige Maßnahmen für nachhaltiges körperliches Wohlbefinden und innere Zufriedenheit sind. Die schlechte Nachricht ist: Die eine goldene Regel gibt es leider nicht. Jedoch hat sich durch meine Recherchen und Erfahrungen in der Praxis gezeigt, dass fünf Faktoren zu unserem Wohlbefinden beziehungsweise Unwohlsein beitragen. Jeder Bereich beziehungsweise jede Maßnahme sind dabei gleich wichtig, wenn wir geistig und körperlich zufrieden und aktiv bleiben wollen. Ein Bereich alleine führt zu einer Disbalance: wir schenken dann zwar einem Bereich viel Aufmerksamkeit, einem anderen dem entsprechend jedoch zu wenig.

Der Sinn des Lebens

Die Grundlage unseres Lebens und Handelns scheint der Wunsch nach Sinnhaftigkeit zu sein. Ich werde die Frage nach dem Sinn im Folgenden aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten. Zum einen im Hinblick auf den Wunsch des Menschen, Sinnhaftes zu tun. Hier bezieht sich der Sinn auf unser Handeln. Zum anderen betrifft die Suche nach Sinn auch die Frage nach sich selbst. Hier scheint Sinn sich auf den Wunsch zu beziehen, die eigene Daseinsberechtigung verstehen zu wollen und eventuell etwas zeitlich Überdauerndes zu erschaffen. Betrachten wir zunächst einmal die Frage nach dem sinnvollen handeln.

In einer Situation, die nicht mit dem übereinstimmt, was wir erwarten oder ersehnen, fragen wir uns gerne mal nach dem Sinn. Wir fragen also, warum ist dieses Ereignis passiert: wir möchten die Ursache bzw. den Zusammenhang verstehen. Sicherlich auch, weil wir die Ergebnisse unseres Lebens gerne in unserem Sinne beeinflussen und unter Kontrolle haben wollen. Die Frage nach dem Sinn offenbart jedoch auch die Möglichkeit, aus einer gegebenen Situation zu lernen und in einem anderen Moment gegebenenfalls ein anderes Ergebnis erzielen zu können. Allerdings liegen natürlicherweise nicht sämtliche Ergebnisse in unseren Händen. Es ist also wichtig zu unterscheiden, in welchen Situationen wir tatsächlich etwas aktiv verändern können und in welchen wir aufgefordert sind, anzunehmen, was ist und unsere Haltung zu der Situation zu ändern. Nehmen wir beispielsweise an, dass sie ein wichtiges Ereignis geplant hatten und kurz vor dem Termin krank werden. Nun können Sie ärgerlich sein, traurig, verzweifelt oder sich auch als Opfer fühlen. Nichts davon ändert Ihre Situation. Ihr Erleben wird nur ein anderes sein, wenn Sie die Situation annehmen lernen wie sie ist und damit ihre Haltung zu ihrem krank sein verändern. In jedem Fall, ob wir nun aktiv etwas verändern können oder innerlich unsere Haltung, unsere Einstellung oder unsere Bewertungen ändern, findet ein Prozess des Lernens statt.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit unseres Lebens, also der Frage nach dem „Wer bin ich“, ist gleichzeitig eine Frage nach dem Sinn unseres eigenen Da-Seins. Wie möchten wir unser Leben gestalten, damit es für uns Sinn ergiebt und wie erkennen wir, wer wir wirklich sein wollen. Der Sinn erscheint aus dieser Perspektive etwas Übergeordnetes zu sein. Das Streben nach etwas Größerem als dem bisher wahrgenommenen, gegebenen IST-Zustand. Hier äußert sich der allem Lebendigen innewohnende Drang zu wachsen. Wachstum ist jedoch nicht nur ein passiver Prozess.

Wenn wir Pflanzen bei ihrem Wachstum beobachten, dann lässt sich feststellen, dass sie sich zum einen ihrer Umgebung anpassen, d.h. die Bedingungen, unter denen sie existieren bestimmen auch ihre Wachstumsmöglichkeiten. Enthält der Boden genügend Nährstoffe und sind die Bedingungen günstig für ihr Wachstum, dann wird sich die Pflanze ausdehnen wollen, sie strebt geradezu dem Licht entgegen und entfaltet ihr Potenzial. Ändern sich jedoch die Bedingungen, kann man wiederum beobachten, dass die Pflanze sich den Umständen anpasst und versucht, daran zu wachsen. Übertragen auf den Menschen bedeutet dies, dass Lernen zum einen von günstigen Rahmenbedingungen abhängt und gleichzeitig ein Prozess des Lernens ist, um das eigene innewohnende Potenzial zur Entfaltung zu bringen. Interessanterweise würden wir nie daran zweifeln, dass beispielsweise eine Rose unter günstigen Wachstumsbedingungen automatisch ihre schönste Blüte hervorbringt, doch zweifeln wir stets an uns und scheinen oftmals keinen natürlichen Zugang zu unserem Potenzial zu haben. Wie kann das sein? An dieser Stelle ist es notwendig, sich den Begriff des Wachstums im Sinne von Lernen etwas näher zu betrachten.

Wachstum ist ein Anpassungsprozess

Durch eine Situation in unserem Leben können wir uns in unseren Gewohnheiten, Überzeugungen über uns selbst oder Erwartungen in Bezug auf andere irritiert fühlen. Der ausgelöste innere und/ oder äußere Konflikt ist wie ein Fehler in der „Matrix“ und widerspricht zutiefst unserem Wunsch nach Homöostase, also dem Wunsch nach Stimmigkeit. Wir können versuchen, diesen Fehler zu ignorieren, zu umgehen, davor zu fliehen oder auf andere Weise strategisch zu handeln. Ein Fehler ist jedoch gleichbedeutend mit der Möglichkeit zu wachsen.

Der Schlüssel für Wachstum liegt in einem guten Kontakt mit sich selbst. Ich meine damit nicht, dass sie wissen, was sie wollen oder nicht wollen oder welche Bewertung sie über eine Situation im Kopf haben, sondern vielmehr, dass sie sich selbst in jedem Moment spüren, einen Zugang zu ihren emotionalen und körperlichen sowie einen bewussten Umgang mit ihren mentalen Prozessen haben.

Jegliche Empfehlungen zu gesunder Nehrung, körperliche Bewegung oder auch anderen Lebensbereichen macht nur Sinn, wenn wir spüren, was uns in diesem Moment gut tut, was wir brauchen und mentale, emotionale oder körperliche Vorgänge reflektieren können. Körperliches Wohlbefinden hängt also entscheidend davon ab, ob wir in einem Zustand innerer Stimmigkeit sind, was sich emotional als Zufriedenheit darstellt.

Was wir tun können um unser Wohlbefinden zu steigern

Wie wir uns bereits angeschaut haben, ist der Schlüssel für ein gesteigertes Wohlbefinden, für Wachstum offen zu sein. Der Mensch möchte lernen! Carl Rogers bezeichnete dies als Selbstaktualisierung Tendenz. Damit meinte er, dass es dem Menschen innewohnt, sein selbst unter günstigen Bedingungen zu entfalten. Normalerweise lösen durch äußere Umstände oder innere Prozesse ausgelösten Konflikt in uns Widerstände aus: wir wollen das, was ist anders erleben. Die Lösung liegt nun darin, einen Konflikt als eine Möglichkeit für Wachstum anzusehen. Dies erfordert eine innere Haltung, in der wir bereit, willens und fähig sind, mit uns selbst im Kontakt zu sein und notwendigen Anpassungsprozesse im Sinne von Veränderungsprozessen vorzunehmen.

Gesunde Ernährung

Jeder Körper ist anders und dementsprechend gibt es nicht die eine gesunde Ernährung. Jedoch benötigt unser Körper für die Energiebereitstellung und das einwandfreie Zusammenwirken der Systeme eine bestimmte Zusammensetzung von Nährstoffen. Hierfür gibt es wissenschaftlich eindeutige Belege dafür, was den Körper in seiner Funktion unterstützt und welche Nahrungsmittel zu vorzeitiger Alterung, Verlust der Vitalität und Krankheiten führen können. Gleichzeitig ist es auch hier notwendig, darauf zu achten, wie der eigene Körper auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, wie es Ihnen mit einer bestimmten Menge von Nährstoffen geht und in welchem Zeitraum Ihnen eine Nährstoffaufnahme guttut. Das klingt jetzt so theoretisch. Erinnern Sie sich jedoch an einen Zeitpunkt in Ihrer Vergangenheit, in dem sich Ihr Körper besonders energiereich und vital anfühlte. Was war zu diesem Zeitpunkt anders? Vielleicht hatten Sie dieses Gefühl nach einer Fastenkur oder nach einer Zeit, in der Sie besonders auf bestimmte Nahrungsmittel geachtet haben.

Körperliche Bewegung

Die Anatomie unseres Körpers bedingt eine ausreichende Menge körperlicher Bewegung pro Tag. Immer wieder tauchen Zahlen auf, wie viel wir uns an Tag bewegen sollten. 10.000 Schritte scheinen im Moment das Maß der Dinge zu sein. Bewegung im Sinne von Schritten ist allerdings nicht ausreichend. Der Körper benötigt insgesamt ein Training, das die Muskelfunktionen und das Herzkreislaufsystem stärkt. Welche körperliche Bewegung Ihren Fähigkeiten entspricht, Spaß macht und Wohlbefinden auslöst, bleibt ganz Ihnen überlassen. Auch hier gilt die Regel, in sich hinein zu spüren: wie fühlt sich ihr Körper nach der Bewegung an. Fühlen Sie im Anschluss an die Bewegungseinheit eine wohlige Erschöpfung oder sind sie geradezu ausgelaugt. Jede Form der Übertreibung und des an die Grenzen des Machbaren gehen, führt auf Dauer zu Überlastungen und Abbauprozessen im Körper.

Soziale Interaktion

Der Mensch ist ein Herdentier. Nicht jeder würde dieser Satz unterschreiben, weil sich nicht jeder Mensch auf die gleiche Weise gerne in Gruppen bewegt. Soziale Interaktion meint jedoch ein gutes eingebunden sein in soziale Strukturen und diese sind ebenfalls vollkommen individuell. Viele wissenschaftlich Untersuchungen weisen darauf hin, dass das stabile Vorhandensein sozialer Strukturen ein entscheidender Faktor für unsere geistige und körperliche Gesundheit ist. Das Gefühl von Geborgenheit, Nähe und Liebe ist für unser Wohlbefinden wie ein Grundnahrungsmittel anzusehen.

Schlaf und Entspannung

Entspannung und Ruhe zentrieren und unterstützen uns dabei, Prozesse in uns und um uns herum zu reflektieren. Hilfreich sind bewährte Entspannungsverfahren wie zum Beispiel progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder auch Meditation. Eine ausreichende Menge Schlaf ist wiederum notwendig, damit der Körper ausreichend Zeit für innere Regulationsvorgänge, Anpassungsprozesse und Regeneration hat.

Ein bewusster Umgang mit uns selbst

Die Wahrnehmung auf das persönliche Erleben zu richten, ein Gespür für innere Vorgänge zu bekommen, führt zu einem bewussteren Umgang mit uns selbst. Faktoren wie eine gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, soziale Interaktion und Schlaf sowie Entspannung sind sinnvolle und in vielfacher Hinsicht auch notwendige Attribute für Ihr körperliches Wohlbefinden. Entscheidend aber ist der Faktor der persönlichen Offenheit für Wachstumsprozesse in unserem Leben.

Mit sich selbst in den Kontakt zu kommen, erscheint besonders schwer in Zeiten immer schneller werdender Prozesse, erhöhter Anforderungen und einem Trend der Menschen, sich selbst permanent mit äußeren Dingen zu beschäftigen. Der Wunsch nach einem besseren Leben oder mehr Zufriedenheit steigert oftmals den Drang danach, noch mehr haben zu wollen. Den Blick wieder auf sich selbst zu richten, erfordert daher eine klare Entscheidung für einen Perspektivwechsel.

In meinen Augen liegt der Sinn eines bewussten Umgangs mit uns selbst darin, unsere Aufmerksamkeit wieder auf uns selbst zu richten und zu erkennen, dass unser Potenzial bereits in uns angelegt ist - wir müssen es nicht im Außen oder in einer fernen Zukunft suchen: Unsere Aufgabe ist es vielmehr, günstige Rahmenbedingungen zu erschaffen, damit es sich auf natürliche Weise entfalten kann.

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