Tanja Degners
Persönlichkeitsentwicklung Blog

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Zuhören will gelernt sein - 3 Tipps für Aktives Zuhören

Wer kennt die Momente nicht, in denen wir uns mitten in Gespräch durch Äußerungen unseres Gegenübers wütend oder auch vor den Kopf gestoßen fühlen. Wir nehmen das Gesagte persönlich und reagieren darauf entsprechend unserer Handlungsmuster, indem wir uns entweder verteidigen oder verbal "zurückschießen". Schnell erleben wir dann anstelle eines Kommunikationsflusses ein Minenfeld aus Bewertungen und Interpretationen.

In diesem BLOG erhalten Sie drei wertvolle Tipps wie Sie typische Kommunikationsmuster unterbrechen können zu folgenden Fragen:

  • Wie gehe ich mit Bewertungen um?
  • Was kann ich tun, wenn ich mich verbal angegriffen fühle?
  • Wie kann ich mich verstanden fühlen?

Tipp 1: "Immer kommst du zu spät" - Beobachtung versus Bewertung

Unser Verstand versucht permanent, unsere Wahrnehmungen von der Welt zu ordnen. Sinnesreize werden im limbischen System unseres Gehirns verarbeitet. Die dort gespeicherten Bedeutungszuschreibungen spiegeln jedoch nicht eine generelle Wahrheit wider, sondern entsprechen persönlichen Wertemaßstäben, Prägungen und Erfahrungen.

Ich lade Sie zu einer kleinen Übung ein: beobachten Sie am heutigen Tag Ihre Gedanken und Äußerungen. Wie oft enthalten diese Bewertungen und wann geben Sie tatsächlich eine Beobachtung wieder, d.h. eine "allgemeingültige Wahrheit", die auch eine dritte Person hätte beobachten können. Es ist wahrlich erstaunlich, dass unser Verstand ständig eine Meinung zu allem hat, was wir sehen und erfahren.

In einem Gespräch ist es hilfreich, zu erkennen, dass die Äußerungen eines anderen nicht per se persönlich gemeint sind, sondern ein Hinweis auf dessen Wirklichkeitskonstruktionen sind. Wenn z.B. jemand Ihr zu spät kommen bemängelt, mag dies ein Hinweis darauf sein, dass der Person Zuverlässigkeit wichtig ist. Probieren Sie doch mal aus, in diesem Moment die Äußerung Ihres Gesprächspartners zu paraphrasieren: fragen Sie nach Gefühlen und/oder den Bedürfnissen, die Sie aus dem Genannten heraushören.

Tipp 2: "DU bist..." - Interessenserkundung anstelle von Angriff oder Verteidigung

In einem dynamischen Gesprächsverlauf verwenden Personen, die sich in einer bestimmten emotionalen Lage empfinden oder ein Defizit in Ihren Bedürfnissen bzw. Ihrer Zielerreichung persönliche Zuschreibungen, auf die wir ganz instinktiv entweder mit Verteidigung oder einem Gegenangriff reagieren. Dieses Kommunikationsmuster ist wenig hilfreich für eine Situationsklärung. Ein solches Gespräch hinterlasst immer einen fahlen Nachgeschmack. Wir sind vielleicht wütend, verletzt, aber eventuell auch frustriert und hilflos.

Was können Sie in einem solchen Moment tun? Die Lösung liegt zunächst darin, den Satz des anderen wiederzugeben: "Du hast gerade gesagt, dass ich...". Der nächste Schritt ist, dass Sie äußern, welche Gefühle und Interpretationen dies in Ihnen auslöst und in einem letzten Schritt, einen Wunsch zu formulieren wie Sie sich eine Klärung dieser Situation vorstellen. Beispielsweise darum zu bitten, in Ich-Form zu sprechen oder andere Worte zu wählen, die bei Ihnen zu einem Verständnis des Anliegens der anderen Person führen können.

Tipp 3: "Reden ist Gold, Schweigen missverständlich" - Verständnis beginnt mit offenen Fragen

Mit sogenannten W-Fragen erkunden wir die Perspektive unseres Gegenübers. Oftmals denken wir, dass wir schon wissen, was der andere meint. Wir betrachten die Welt jedoch aus unserer persönlichen Wirklichkeitskonstruktion und diese kann zum Teil sehr verschieden sein von der Sicht unseres Gegenübers. Wir können uns daher nicht sicher sein, was oder wie jemand eine Äußerung meint und vor allem, was derjenige von uns tatsächlich will oder braucht. Sich über die jeweilige Perspektive auszutauschen und eine Haltung im Gespräch einzunehmen, die daran interessiert ist, die Welt des anderen verstehen zu wollen, ermöglicht ein Gefühl des gegenseitigen Verständnisses.

Fragen wie "Was bedeutet das für dich?", "Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?", "Was ist dir jetzt wichtig?", "Was kann ich für dich tun?" oder auch "Was ist dein Fokus ist dieser Angelegenheit?" laden den Gesprächspartner ein, sich selbst zu fragen, welche Bedürfnisse, Interessen, Assoziationen, Erfahrungen, Wünsche oder auch Verletzungen hinter den vorangegangenen Äußerungen stehen. Es ermöglicht, Unbewusstes bewusst zu machen.

Mit Hilfe dieser drei Tipps können Sie Kommunikationsmuster unterbrechen. Indem Sie beschreiben, was Sie gehört haben, daran interessiert sind, was das tatsächliche Anliegen Ihres Gesprächspartners ist und offene Fragen stellen, um die Perspektive des Anderen zu verstehen, fördern Sie gegenseitiges Verständnis.

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