Tanja Degners
Persönlichkeitsentwicklung Blog

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Wer A sagt, muss auch B sagen - Wie Handeln Ihr Leben bestimmt!

Ist unser Handeln stets bewusst und selbstbestimmt? Leider nein. Wir agieren in Situationen gemäß geprägter Handlungsmuster, die durch Erfahrungen gebildet und durch Wiederholungen gefestigt wurden. Demgemäß handeln wir in Situationen oftmals nach dem gleichen Schema: Auf eine Situation A, erfolgt eine Reaktion (Handlung) B - mit dem Ergebnis C. Wenn wir etwas verändern wollen, braucht es mehr als den bloßen Wunsch oder Willen. Veränderungen setzen bestimmte Lernprozesse voraus.

Ein Exkurs in die Neurophysiologie

Neurophysiologisch betrachtet sind Veränderungen in unserem Gehirn erfahrungsabhängig. Unser Gedächtnis besitzt die Fähigkeit, Informationen über sich und die Umwelt zu speichern, das heißt zu lernen und das Gelernte dynamisch, adaptiv und individuell spezifisch für die Organisation des Verhaltens zu nutzen. Nach Gerald Hüther bilden "Bahnungen", d. h. synaptische Verbindungen, welche durch häufige Nutzung verstärkt werden, die Grundlage für das Speichern neuer Gedächtnisinhalte im Sinne eines Lernvorganges.

Lernen vollzieht sich in vier Stufen (Kruger & Dunning):

  1. Zunächst sind wir in einer Situation unbewusst inkompetent, d. h. wir sind uns nicht bewusst darüber, dass wir nicht über das entsprechende Wissen bzw. eine Erfahrung verfügen und schätzen dadurch ggf. eine Situation falsch ein oder überschätzen unsere Fähigkeiten oder uns selbst bei einer Handlung.
  2. Durch ein Handlungsergebnis, Reflexionsprozesse oder auch durch andere Menschen ausgelöst, werden wir uns im zweiten Schritt dieser Inkompetenz bewusst.
  3. Ein gezielter Lern- und Entwicklungsprozess führt zu bewusster Kompetenz.
  4. Durch diese bewusste Lernphase wird die neu gebildete "Bahnung" zu einer unbewussten Kompetenz. Erinnern Sie sich an den Moment als Sie das Autofahren erlernten. Im Anfang erforderte es unsere bewusste Aufmerksamkeit, die Außen- und Innenspiegel im Auge zu behalten, den Verkehr, Gas, Kupplung und Bremse zu bedienen. Nach einer Zeit des Übens müssen wir heute nicht mehr über die einzelnen Handlungsschritte nachdenken.

Veränderung braucht Zeit, Wiederholungen und positive Ergebnisse

Nach LeDoux können grundlegend zwei Gedächtnisarten unterschieden werden: zum einen explizite Prozesse, die bewusst sind, zum anderen implizite Prozesse, die automatisiert ablaufen. Der dafür erforderliche Lernprozess erfordert Zeit, Wiederholungen und positive Ergebnisse. Durch häufige Wiederholungen werden die neu entstandenen Verbindungen über die zeitliche Dauer hinweg "gebahnt". Sie sind immer leichter aktivierbar und gewinnen so immer leichter Einfluss auf die psychische Aktivität, ohne dass dies mit Bewusstsein verbunden ist.

Bewertungen verändern oder Ressourcen aktivieren

Bewertungsvorgänge von Sinneseindrücken werden vom limbischen System ausgeführt. Unsere täglichen Erfahrungen werden dabei nach dem Prinzip der "Dualität" ausgewertet: gut oder schlecht. Auf die Einordnung erfolgt als Reaktion ein Verhalten von Annäherung bzw. Vermeidung. Gespeicherte Erfahrungen werden im Gehirn sowohl in einer integrierten Form der durchgeführten Handlung und des Ergebnisses als auch der emotionalen Empfindungen gespeichert. In Situationen, die der gespeicherten Erfahrung ähnlich sind, führt diese Dualität zu Entscheidungen für ein Verhalten, das bereits ausprobiert wurde. Das Gehirn erwirbt durch Lernen Inhalte, die dann zur Verhaltenssteuerung eingesetzt werden. Entwicklung im Sinne eines Lernprozesses setzt somit eine Erweiterung bzw. Veränderung von Gedächtnisinhalten voraus.

Nach dem Transaktionalen Stress-Modell von Lazarus vollziehen sich Bewertungsprozesse und Bewältigungshandeln einer Person in drei Schritten:

  1. Eine Situation wird kognitiv in einem ersten Bewertungsschritt als “irrelevant", “günstig-positiv” oder “bedrohlich” (stressful) eingeschätzt.
  2. Die sekundäre Bewertung einer “bedrohlichen” Situation bezieht sich auf die Einschätzung der persönlichen Ressourcen und der situativen Bewältigungsmöglichkeiten. Die gewählten Bewältigungsstrategien können sowohl direkte, die Situation beeinflussende Handlungen als auch die intrapsychische Regulation von Emotionen wie beispielsweise Beruhigung und Entspannung sein.
  3. Nach der Handlung erfolgt auf das Handlungsergebnis hin eine Neubewertung der Situation, sozusagen ein Resümee des Erfolgs bzw. Misserfolgs der Bewältigungsstrategie. Die Wahl der Strategie hängt unter anderem vom Unsicherheitsgrad der Situation, von individuellen Wertmustern, von Überzeugungen, vom Grad der Bedrohung oder der Hilflosigkeit bzw. von der Kontrolle ab, die man über die Situation ausüben kann

Für eine Veränderung unserer Handlungen bzw. der Ergebnisse in unserem Leben haben wir zwei Möglichkeiten:

  1. Wir ändern unsere Bewertungen, die wir über eine Situation gespeichert haben
  2. Wir aktivieren Ressourcen bewusst und lernen neue Handlungsstrategien!

Die Schlüssel für Veränderungsprozesse sind Zeit, Wiederholungen sowie positive Ergebnisse: gehen Sie planvoll, kleine Schritte und feiern Sie die positiven Ergebnisse, die Sie auf Ihrem Weg erzielen. Durch derartige Lernprozesse erlangen Sie die Fähigkeit, in einer Situation A zwischen mehreren Handlungsoptionen und -möglichkeiten wählen zu können.

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