Positives Denken – das sagt sich so einfach. Im Alltag fällt es uns jedoch in bestimmten Situationen schwer, negative Gedankenschleifen zu verlassen.

Im folgenden Blogbeitrag findest du Antworten auf die Fragen: Wie entsteht eigentlich negatives Denken und du erhältst 5 Tipps, wie du mit dem ‚richtigen‘ Fokus tatsächlich deine Ziele realisieren kannst!

Das Limbische System – Überleben ist alles?

Entscheidend für negatives Denken ist das Limbische System in unserem Gehirn. Vereinfacht ausgedrückt wird jede Wahrnehmung im limbischen System mit gespeicherten Erfahrungen verglichen und in Bruchteilen von Sekunden eine Einschätzung vorgenommen. Weichen Erwartungen und Realität voneinander ab, versucht unser Gehirn den wahrgenommenen Konflikt zu lösen, indem geübte Denk- und Handlungsmuster aktiviert werden. Das Ziel solcher Bewertungsvorgänge ist von Natur aus, unser Überleben zu sichern, indem wir Situationen einschätzen und auf diese reagieren können. Im Angesicht eines Säbelzahntigers mag es durchaus sinnvoll sein, diesen als gefährlich einstufen zu können und nicht lange nachdenken zu müssen, sondern sofort die Flucht zu ergreifen.

Nun sind leider Denk- und Handlungsmuster nicht immer geeignet, um flexibel auf eine Situation zu reagieren. Vielmehr führt ein geprägtes Denken und Handeln zu ähnlichen Ergebnissen, die wir aus der Vergangenheit bereits kennen und eventuell gerade nicht mehr wollen.

„Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind“ (A. Einstein)

Innere Konflikte = Bedürfnisse

Positives Denken ermöglicht, Lösungen für Situationen zu finden, die nicht allein den unangenehmen Zustand verändern sollen, sondern tatsächlich ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Betrachten wir dafür noch einmal den Moment der Bewertung einer Situation durch unser limbisches System. Sprachlich sagen wir in solchen Situationen oft, was wir gerne anders „hätten“ oder was anders sein „sollte“. Hiermit drücken wir eigentlich aus, dass wir Bedürfnisse haben, die durch die Situation, so wie sie von uns bewertet wurde, nicht erfüllt sind. Denk- und Handlungsmuster stellen eine Perspektive auf eine Situation dar.

Welche anderen Möglichkeiten hast du, die gegebene Situation zu betrachten? Zielführend ist dementsprechend ein neuer Blickwinkel!

Im Folgenden möchte ich dir 5 Schritte anbieten, die du in jeder Situation anwenden kannst, in denen dir ein ‚hätte‘ oder ‚sollte‘ auf den Lippen liegt.

1. Wie kann ich die Situation akzeptieren wie sie ist – zu 100%?

Eine Situation ist zunächst einmal wie sie ist. Du kannst die Realität nicht ändern, aber dein Denken, dein Fühlen und Handeln in Bezug auf die gegebene Situation. Siehst du Probleme oder Herausforderungen? Alles beginnt mit deiner Entscheidung, die gegebene Situation als eine Möglichkeit anzuerkennen, an der du wachsen kannst.

2. Was könnte an der Situation – so wie sie ist – positiv bzw. gut sein?

Unser Denken bewertet eine Situation aus einem bestimmten Blickwinkel: wir haben eine Meinung darüber, können Gründe nennen und halten diese für wahr. Stelle dir einmal die Frage, welche anderen Möglichkeiten gibt es, die Situation zu betrachten? Was könnte positiv daran sein? Wenn diese Situation ein Geschenk wäre bzw. eine positive Botschaft hätte, was wäre dann das Geschenk bzw. die Botschaft?

3. Was wünsche ich mir anders in der jetzigen Situation?

Durch die Frage nach deinem Veränderungswunsch richtest du deine Aufmerksamkeit auf deine Bedürfnisse. Was willst du stattdessen erleben? Deine bisherige Perspektive betrachtet gebetsmühlenartig das, was du nicht willst – du bist ‚weg-von-motiviert‘. Bedürfnisse zu benennen öffnet die Tür für den nächsten Schritt: Welche Lösungsideen bringen dich proaktiv deinem Ziel näher?

4. Was werde ich tun, damit es sich auf die Weise verändert, die ich mir wünsche?

Wenn du weißt, was du willst, kannst du im nächsten Schritt planen, was du jetzt (bereits in diesem Moment) tun kannst, um deine Situation zu verändern. Hier geht es nicht um den einen großen Schritt, sondern um eine oder mehrere Handlung(en), die dir das Gefühl geben, selbstbestimmt handeln zu können und in dir ein positives Gefühl verstärkt. Vielleicht tätigst du einen Anruf, recherchierst, erstellst einen schriftlichen Plan etc. Wichtig ist nur: Beginn mit deinem Handeln  JETZT!

5. Wie kann ich den Weg genießen (und nicht nur die Zielerreichung)?

Der Weg ist das Ziel, sprach schon Konfuzius. Leider gerät diese Weisheit im täglichen Erleben schnell in Vergessenheit. Ergebnisse scheinen mehr zu zählen, als der Weg selbst. Ein Ziel ist nur dann das „Richtige“ für dich, wenn du den Weg auf das Ziel hin liebst und die Zielerreichung quasi zur Nebensache wird!

Frage dich bei deiner Zielsetzung also auch: Mag ich das, was ich auf dem Weg zum Ziel zu tun habe oder liebe ich nur die Vorstellung von mir im Moment der Zielerreichung? Wenn du also beispielsweise dein eigenes Gemüse anbauen möchtest und du dich schon mit der Ernte in der Hand siehst, dann beobachte dich auf dem Weg zur Gärtnerin: Bist du bereit und macht es dir Freude, täglich im Garten zu arbeiten, dich vielleicht in Permakultur weiterzubilden, Unkraut zu jäten, wieder von vorne anzufangen, weil Kaninchen deinen Salat gefuttert haben usw.? Eine Prozessgestaltung deines Weges sollte im Grundsatz Spaß machen und deinen Werten und Fähigkeiten entsprechen. 

Flexibilität schafft Handlungsräume

Bewertungen von Situationen, die wir spontan im Kopf haben, sind nur eine Möglichkeit, die Gegebenheit zu betrachten. Andere Perspektiven einzunehmen, gibt dir Raum für neue Handlungen. Positives Denken ist flexibles Denken! 

Beim Sport werden durch einen geeigneten Widerstand in der Muskulatur Anpassungsvorgänge ausgelöst, die im Alltag ein unbeschwertes und flexibles Bewegen und Agieren deines Körpers ermöglichen. In ähnlicher Weise können wir unser Denken trainieren! Flexibles Denken lenkt deinen Fokus auf das, was du tatsächlich willst, um mit Freude deinen Weg entsprechend deiner Bedürfnisse selbst zu bestimmen. 

 

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Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Es sind jedoch die kontinuierlichen, kleinen Schritte, die den Unterschied machen – für eine bewusste Verbindung mit deinem Potenzial!

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Foto: Photos Pro