Was will ich wirklich? Diese Frage allein ist schon quälend und für viele ein jahrelanger Begleiter. Doch selbst, wenn wir hierauf eine Antwort gefunden haben, folgt sogleich die nächste Hürde: Wie komme ich von meiner Idee zu einem lebendigen Ausdruck in meinem Leben?

Im folgenden Blogpost gebe ich dir 5 Tipps, um mehr von den Dingen in deinem Leben umzusetzen, die dir wirklich wichtig sind und dich dabei zufrieden und fokussiert zu fühlen.

Lass‘ uns mit einer Geschichte starten: Zwei Männer sind seit längerer Zeit unterwegs in der Wüste. Sie hatten eine Vision von einem Ort voller Fruchtbarkeit, Fülle und Nahrung. Doch je länger sie durch die Wüste laufen, desto mehr Zweifel durchziehen ihre Gedanken: War es ein Fehler, sich auf diesem Weg zu machen? Wofür mache ich das eigentlich? Und was passiert, wenn wir tatsächlich ankommen?

Als schon alle Hoffnung verloren schien, sehen Sie in der Ferne eine Mauer. Zunächst halten sie es für eine Fata Morgana, doch als sie näher kommen, ist es tatsächlich eine Mauer inmitten der Wüste! Sie sind entmutigt: Wie soll es jetzt weitergehen? Sie lassen sich mit dem Rücken zu Mauer auf den Boden sinken. Frustriert schaut der eine nach oben in den Himmel über sich und sieht dabei wie einige Zweige über die Mauer gewachsen sind und – sind das etwa Früchte? Ganz aufgeregt stößt der eine den anderen an und weist nach oben: „Sieh‘ mal! Wir sind da!“ In der Ferne hören jetzt beide das Geschrei von Vögeln. „Doch die Mauer: Sie ist viel zu hoch – da kommen wir nie d‘rüber!“

Frustriert nimmt der andere seine Sachen und geht zurück in die Wüste. Der eine bleibt am Fuße der Mauer sitzen und meditiert. In der Meditation sagt ihm eine Stimme, dass er an der Mauer entlang gehen soll. Nach der Meditation tut der Mann wie ihm geheißen. Er geht an der Mauer entlang, lauscht dem Geschrei der Vögel, nimmt bewusst die Luft um sich herum wahr, jeden Schritt seiner Füße auf dem heißen Sand. Er weiß nicht, was geschehen wird, aber er ist erfüllt von Vertrauen, dass der Weg ihn zum Ziel führen wird. Nach einiger Zeit – vielleicht waren es Stunden, vielleicht auch nur Minuten – beginnt der Mann zu laufen, denn vor ihm, zwar noch in der Ferne liegend, aber bereits sichtbar, ist eine Öffnung in der Mauer!

1. Alles beginnt mit einer Entscheidung

Kennst du den folgenden Satz: ‚Ich würde ja so gerne, aber’? Wir nehmen uns etwas vor und dann vergehen Tage oder sogar Wochen. Handlungen, die eventuell zum Ziel führen könnten werden immer wieder vertagt. Bald schon wird das Ziel eher zu einer Last und wir finden Gründe, die uns sagen, warum wir das ja auch gar nicht tun konnten: Keine Zeit, ach die Kinder und dann war ich krank, es war so viel zu tun auf der Arbeit und so weiter.
Mit dem Sat: „Ich würde gerne, aber…“ ist die Energie für eine Umsetzung bereits weg. Die beiden Männer hatten eine Vision, bevor sie in die Wüste aufbrachen. Jedoch ohne eine Entscheidung, tatsächlich auch loszugehen, wäre es bei der Vision geblieben. Zweifel halten uns zurück und wirklich jeder hat Angst bevor ein neuer Weg beginnt. Es braucht jedoch nicht eine große Portion Mut, um den ersten Schritt in Richtung eines Zieles zu gehen, sondern Übung! Die Frage ist, wie oft bist du bereits in deinem Leben über die Schwelle der Gewohnheit hinaus getreten in das Unbekannte? Wenn wir diesen Schritt immer wieder und wieder wiederholen, ist es eine ‚gewohnte‘ Handlung, von der wir wissen, dass sie uns zu einer neuen Erfahrung, zu Wachstum und Entwicklung führen kann! Es ist wie ein Muskel, den wir trainieren: Mut ist also keine Fähigkeit, die manche unerschrockene Seelen schon in ihrer Genetik angelegt haben, sondern eine Gewohnheit, die jeder von uns lernen kann!

Der erste Schritt ist also, dich für ein Ziel klar und verbindlich entscheiden. Und für Verbindlichkeit braucht es Tipp 2.

2. Wofür möchtest du das Ziel erreichen?

Als die beiden Männer an ein Hindernis stießen, die Mauer, entscheidet sich einer dafür, zu bleiben während der andere frustriert zurück in die Wüste geht.

Welcher von beiden bist du, wenn ein erstes Hindernis auftaucht? Gibst du auf und sagst dir innerlich: „Ach, es sollte nicht sein!“ Oder bleibst du stehen und wartest, bist du Klarheit über den nächsten Schritt erhältst. In der Geschichte kommt die Klarheit über eine Meditation. Dies steht symbolisch dafür, in Verbindung mit sich selbst zu sein und nicht aus gewohnten Handlungsstrategien und Denkmustern heraus zu handeln.

Die Frage nach dem ‚wofür’ macht die dem Ziel zugrundeliegenden Bedürfnisse und Interessen bewusst. Finde heraus, was das Ziel für dich bedeutend macht. Welche Gefühle löst es die Zielerreichung in dir aus: Bist du glücklich, erfüllt, voller innerer Ruhe, kraftvoll?

Ein starkes ‚wofür‘ gibt dir in Momenten, in denen du auf Hindernisse stößt, was unweigerlich der Fall sein wird, das Bewusstsein und die Motivation für dein weiteres Handeln. Aufgeben gilt nicht!

3. Wo ist dein Fokus

Wir treffen täglich unzählige Entscheidungen und oftmals werden diese nicht bewusst getroffen. Die Frage ist: führen dich deine Entscheidungen und Handlungen näher zum Ziel oder nicht? Letztlich geht es nicht um das Ziel allein, sondern um dein tägliches Erleben: Nach der Meditation steht der Mann auf und nimmt jeden seiner Schritte bewusst wahr: den heißen Sand unter seinen Füßen, die Beschaffenheit der Steine der Mauer, seinen Atem. Seine kontinuierlichen Schritte bringen ihn dem Ziel näher, der Öffnung in der Mauer.

Durch Kontinuität in deinen Handlungen und einem entsprechenden Fokus, setzt du Prioritäten. Du kannst aber auch mal bewusst anders handeln: Du hast die Wahl, mal einen Umweg zu gehen, weil der Tag gerade so schön ist!

Die Regel lautet: Richte deinen Tag aus auf das aus, was du tatsächlich willst.

4. Beginne JETZT!

Ein wichtiger Schlüssel für die Umsetzung von Zielen ist, sofort zu beginnen. Der Mann stand nach der Meditation sofort auf und ließ nicht erst Gedanken und Zweifel aufkommen, die sein Handeln beeinflusst hätten.

Dabei kommt es nicht auf die Größe des Schrittes an, sondern darauf, dass du ins Handeln kommst und dir selbst damit zeigst, dass du es tatsächlich willst. Vielleicht tätigst du lediglich einen Anruf oder machst dir ein paar Notizen. Diese Handlungen jedoch stärken deinen Fokus und können schon Auslöser für ein gutes Gefühl sein: Let’s move your life!

5. Habe Spaß auf dem Weg

Ich erlebe oft, dass ein neuer Weg als beschwerlich und zum Teil als Bürde empfunden wird. Dies liegt zum einen daran, dass wir neue Wege beschreiten, d. h. vieles von dem was wir täglich erleben, läuft über das Bewusstsein und ist mit einem höheren Energieverbrauch verbunden, was wir als Anstrengung erleben. Zum anderen haben wir oftmals in solchen Zeiten mehr Gedanken, weil wir versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Zusätzlich erschweren Emotionen wie Unsicherheit, Versagens- oder Verlustängste das tägliche Leben. Dadurch stellt sich schnell ein mechanisches, strategisches Vorgehen ein, was alles andere als freudvoll ist. Doch der Weg ist das Ziel!

Stell‘ dir auf dem Weg immer wieder die Frage: Wie kann ich dabei Freude empfinden? Vielleicht hörst du beispielsweise Musik bei deinem Tun oder du machst zwischendurch einfach mal eine Pause mit etwas, das dir richtig Spaß machst. Finde heraus, was zu dir passt und wie du den Weg so gestalten kannst, dass er deinen Bedürfnissen/Interessen entspricht. Du wirst dabei feststellen, dass die Erfahrung selbst sich gleich viel ‚leichter‘ anfühlt!

Aufzubrechen, zu neuen Ufern, erfordert deine Entscheidung! Am besten üben wir diesen Schritt ins Unbekannte täglich in den kleinen Dingen des Lebens: aufzustehen, obwohl du liegen bleiben magst. 20 Minuten Sport zu machen, obwohl der gerade mehr nach hinlegen ist usw. Auf dem Weg ist es wichtig, auf das ausgerichtet zu sein, was du erreichen willst und deine Handlungen und Entscheidungen danach auszurichten. Dafür benötigst du ein Motiv, etwas wofür sich wirklich lohnt, diese Entwicklungsschritte kontinuierlich zu gehen. Was kannst du heute noch tun, um einen ersten Schritt in Richtung deiner Zielerreichung zu machen?

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Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Es sind jedoch die kontinuierlichen, kleinen Schritte, die den Unterschied machen – für eine bewusste Verbindung mit deinem Potenzial!

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Foto: Photos Pro